Anlagestil

Der Brigantenstil 


Ist man für zukünftige Pensionsvermögen oder Familienvermögen verantwortlich, gibt es nur einen wirklich wichtigen Grundsatz :

                         SAFETY FIRST

Dies bedeutet die vorrangige Zielsetzung ist der Vermögenserhalt und die Suche nach Generierung von zukünftigem Einkommen. Im Laufe von Jahrzehnten konnte ich viele Erfahrungen in sehr unterschiedlichen Anlageklassen sammeln und habe daraus meinen eigenen Anlagestil mit folgenden speziellen Grundsätzen entwickelt:

1. Prüfe jeden Monat neu, welche Positionen aktuell sinnvoll sind.

Der Mix aus Aktien, Anleihen, Fonds, Zertifikaten, Immobilien Gold und Tagesgeld ist keine statische Entscheidung sondern bezieht sich immer auf das politische, gesetzliche und konjunkturelle Umfeld einer Zeit. Das Risiko dynamischer Veränderungen liegt in den Menschen und ihren teilweise sehr irrationalen Entscheidungen, dies gilt es immer zu bedenken und die erforderlichen Konsequenzen für die eigene Altersvorsorge zu ziehen.

2. Informiere Dich permanent über Marktchancen und Risiken in allen 7 Anlageklassen.

Grundvoraussetzung für gute Entscheidungen sind vielfältige Informationen. Ein Spezialist für Aktien hilft informiert zu sein, er kann aber nicht die Anlageentscheidung treffen, gleiches gilt für den Anleihespezialisten oder den Immobilienfachmann. Die Kauf- oder Verkaufsentscheidung muss im Kontext mit dem aktuellen politischen und konjunkturellen Umfeld, sowie den vorhandenen Assets getroffen werden. Ein Spezialist kann und muss dies nicht, sondern nur ein Generalist. Die gestellte Aufgabe heißt Altersvorsorge und nicht ein hoher Quartalsgewinn.

3. Warte geduldig wie ein Brigant auf deine Chance und kaufe mit absolut klarem Verstand.

Briganten waren Freibeuter in Italien, die aus einem gesicherten Hinterhalt ihre Beute beobachteten und gezielt angriffen. Dies ist ein sehr guter Vergleich, wie man erfolgreich in Finanzmärkten operiert kann, d.h. gut vorbereitet auf seine Chance lauern und die wenigen wirklichen Chancen schnell und konsequent nutzen.

4. Bringe deine Beute in Sicherheit, bevor Du sie wieder verlierst.

Jede Aktie, Unternehmensanleihe, jedes Zertifikat und jeder Fond beinhaltet Risiko. Dies ist zwar unterschiedlich groß, aber immer vorhanden. Daher ist in diesen Anlageklassen permanent das Risiko zu bewerten. Immobilien zur Eigennutzung bieten ein Dach über dem Kopf und besitzen daher eine Sonderstellung. Vermietete Immobilien sind wie jede andere Anlageklasse mit Risiken behaftet. Inflationsgesicherte Staatsanleihen, Cash in stabilen Währungen und Gold betrachtete ich als sichere Anlagen.
Ich wollte Sie nicht mit Basics langweilen, wie „Verluste begrenzen - Gewinne laufen lassen“, dies gehört zum normalen Handwerkszeug jeder Kapitalanlage. Ein Anlagestil muss immer zur eigenen Persönlichkeit passen, daher sollte man zuerst die eigenen Stärken und Schwächen kennen. Dies wird hier jedoch nicht näher erläutert, denn mein Anlagestil ist vielen Jahren definiert und passt bestens zur Zielsetzung "Altersvermögen betreuen".

Für Sie als Kunde ist ausschließlich von Interesse, welcher spezifischer Nutzen ergibt sich für Ihr eigenes Anlageverhalten, wenn die Grundsätze des Briganten-Stils beachtet werden. Der materielle Nutzen ist immer unter dem Aspekt der Vermögensanlage für die eigene Altersversorgung zu sehen.

Daher sind Instrumente wie Daytrading, Future-Trading, Arbitrage-Trading, die Anlage in Hegdefonds usw. für die Altersvorsorge zu unterlassen und werden hier nicht analysiert. In diesen Bereichen gibt es vereinzelt Spezialisten, die auch über längere Zeiträume erfolgreich sind. Als Grundlage für die private Altersvorsorge sind sie für mich ungeeignet, temporär aber mit kleineren Summen als Ergänzung in einigen Marktsituationen sinnvoll.

Der Brigantenstil beinhaltet die Vermeidung von Kosten. Ich bin in der heutigen Zeit nicht mehr bereit, für den An- oder Verkauf von Wertpapieren hohe Gebühren zu bezahlen. Ein Konto bei einer seriösen Direktbank ist für mich daher als Privatperson selbstverständlich.

Es erfolgt niemals ein Wertpapierkauf auf Kredit. Wenn Schulden vorhanden sind, ist die beste Anlage immer die Schuldentilgung. Ich erwähne dies nicht monatlich, es ist jedoch der wichtigste Grundsatz. Über die Sinnlosigkeit, 10 % Darlehenszinsen zu bezahlen, erübrigt sich jede Diskussion. Lassen Sie sich niemals auf Beratungen dieser Art ein, denn es ist schwer genug in einzelnen Jahren Erträge von 5 % zu erzielen. Kredite für Investitionen in einem Unternehmen sind selbstverständlich notwendig, für den Aufbau Ihrer Altersvorsorge sind sie schlicht Blödsinn.

Die Veränderungen der Depotpositionen sollten so gering wie möglich sein und nicht die permanente Überwachung des Depots erfordern. In den meisten Fällen werden bei Aktien daher Stopkurse beim Kauf für den automatischen Verkauf eingegeben, es erfolgt in diesen Fällen keine gesonderte Benachrichtigung an Sie.
Soweit mir sehr kurzfristig Käufe sinnvoll erscheinen sollten, werden Sie tagesaktuell per E-Mail informiert, der Regelfall ist dies jedoch nicht.

 

Jetzt möchte ich Ihnen vier Grundsätze des Briganten-Stils etwas ausführlicher beschreiben :

1.Die Anlageposition und ihre Zeit :

Viele Vermögensanlagen berücksichtigen nach meinem Verständnis den Zusammenhang zur aktuelle Zeit nicht ausreichend. Unter dem historischen Zeitfaktor definiere ich die Veränderung des Umfeldes im Verlauf einer Periode. Dies kann sich positiv, wie negativ für die Anlageposition auswirken, der Schlüssel liegt in der richtigen Analyse des zu erwartenden Umfeldes. Das absolut wichtigste ist dabei, diesen Prozess nicht statisch als einmalige Aufgabe, sondern als eine wirklich permanente Herausforderung zu sehen.

Ein paar einfache Beispiele:

Sie kaufen eine solide Ölaktie, wie Exxon im Jahre 2003 bei einem aktuellen Ölpreis von 20 Dollar pro Barrel. Sie erwarten steigende Ölpreise, da neue Verbraucher weltweit zu erwarten sind und die wirtschaftliche Entwicklung sich nicht weiter verschlechtern sollte. Ihre damalige Analyse war richtig, würden Sie aber im Jahr 2008 bei einem Ölpreis von 140 Dollar pro Barrel und sich abkühlender Weltwirtschaft diese Aktie kaufen ?
Nein, sollte sich die Depotposition über den nachgezogenen Stop auflösen, ist erst einmal eine komplette Neuanalyse fällig. Die Rahmenbedingungen haben sich gegenüber der Entscheidung von 2003 komplett verändert, Exxon ist und bleibt zwar ein gut geführtes Unternehmen, dies ist jedoch nur ein Kriterium für die Kaufentscheidung. Die Rahmenbedingungen im Jahre 2008 sind vollkommen andere als im Jahre 2003.

Führen wir das Beispiel weiter: Sie entscheiden sich nach der Neuanalyse im Jahre 2008 trotzdem für den Rückkauf von Exxon, da sie einen Krieg mit dem Iran und eine weitere Explosion des Ölpreises erwarten. Ihr automatischer Stop liegt 15 % unter dem Kaufpreis, der sehr schnell ausgelöst wird.
Wollen Sie später Exxon wieder kaufen, müssen Sie eine komplette Neuanalyse vornehmen, denn Ihr eventueller Kauf hat nichts mehr mit den vorherigen Analysen zu tun.
Im Ergebnis blieb das Management von Exxon wahrscheinlich während ihrer ganzen Anlageentscheidungen gleich gut oder gleich schlecht. Einzig die sich verändernden Rahmenbedingungen hatten Einfluss auf Ihren Anlageerfolg oder Misserfolg.

Für mich ist daher jede Aktienposition nichts anderes als eine Erwartung für eintreffende Ereignisse in der Zukunft. Es gilt hierbei im Endergebnis immer nur die Wahrscheinlichkeiten zu gewichten, es gibt niemals absolute Sicherheiten.

Noch ein Beispiel :

Im Jahre 1987 konnte man mit Sicherheit von einem Crash an den Aktienmärkten sprechen. Ich kann mich noch deutlich an die Stimmung erinnern, die den Untergang des Abendlandes als fast gegeben ansah. 1989 fiel die Berliner Mauer und es ergaben sich vollkommen neue Chancen und Risiken. Eine Analyse aus dem Jahr 1986 ist somit für fast alle deutsche Unternehmen im Jahre 1990 vollkommen wertlos gewesen, denn die Rahmenbedingungen hatten sich durch den Fall der Mauer grundlegend verändert.
Jedes noch so tolle Modell der Wirtschaftswissenschaften kann dies in keiner Weise vorhersagen. Einzig die schnelle Analyse der möglichen Konsequenzen führt im Jahre 1989 zum Erfolg und nicht das Optimieren von Marktmodellen. Leider wird in der Praxis genau dies in vielen Institutionen immer wieder versucht. Wir als Anleger sind die Dummen, wenn wir darauf hören.

Und ein letztes Beispiel :

Ab dem Jahre 2009 wurde in Deutschland die Abgeltungssteuer eingeführt, eine Änderung der Rahmenbedingungen für Ihre Altersvorsorge. Zahlen Sie einen Grenzsteuersatz von 42 % sind jetzt Aktienkäufe sicher weniger attraktiv, als Anleihen.
Aktienveräußerungsgewinne waren bisher nach einem Jahr steuerfrei, jetzt zahlen Sie über 25 % Steuern. Anleihen haben Sie in der Spitze mit 45 % versteuert, jetzt sind rund 25 % fällig. Natürlich ist diese Veränderung des steuerliches Umfeldes in der Disposition für Ihre Altersvorsorge zu berücksichtigen, sprich etwas weniger Aktienanteil und etwas höherer Anleiheanteil.
Diese Veränderung hat wieder nichts mit der Qualität der Aktien oder Anleihen zu tun und war beispielsweise im Jahre 2005 für keinen Analysten vorhersehbar.

Ich hoffe Ihnen nun ausreichend erläutert zu haben, warum die Betreuung jedes Vermögens eine dynamische Aufgabe ist und nicht statisch einmalig erledigt werden kann.
Zu Ihrer Orientierung werde ich daher meine Beurteilung der aktuellen Lage und meine Konsequenzen, immer unter dem Blickwinkel der Altersvorsorge, jeden Monat neu veröffentlichen.

2. Informationsquellen und ihre Verlässlichkeit

Als Einsiedler sein Leben zu bestreiten ist weder amüsant noch erfolgsversprechend. Alle narzisstischen Sturköpfe, die meist einem mathematischen Modell folgten, habe ich spätestens nach 10 Jahren scheitern sehen. Es gibt nun mal nicht die immer wieder gewünschte „absolute Wahrheit und Wahrscheinlichkeit “ in Finanzmärkten.
Jede Vermögensberatung sollte daher offen für andere Perspektiven sein und unterschiedliche Meinungen anhören, es schärft das eigene Urteilsvermögen. Dies ersetzt jedoch niemals das eigene Urteil und die Verantwortung für die eigene Handlung !

Viele sogenannte Informationen werden heute medial verbreitet und dienen im Endeffekt ausschließlich als „Verkaufshilfe“. Nach mehr als 20 Jahren haben sich für mich einige Publikationen herauskristallisiert, die ich interessiert lese, deren Meinung ich schätze und die ich ernst nehmen kann. Dies sind in alphabetischer Reihenfolge :

Berenberg Bank
Bernecker Börsenbriefe
Credit Suisse
Dr. Jens Ehrhardt                                                                                                                                                                                                                        

Handelsblatt
Finanz und Wirtschaft
FAZ                                                                                                                                                                                                                                      Wirtschaftswoche

Sicher gibt es noch viele weitere Informationsquellen, mein Tag hat jedoch leider auch nur 24 Stunden. Die Beschränkung ist in diesem Falle unumgänglich. Zusätzlich ist der langjährige Kontakt zu Unternehmern, Fondverwaltern und Börsenhändlern hilfreich, die jeweils Ihre Sicht der Lage beitragen können.

Als Datenbasis dienen mir neben den veröffentlichen Bilanzen der Unternehmen, die Portale Onvista und Bloomberg. Für die eigene Chartanalyse verwende ich aus alter Gewohnheit das Programm Tradestation 2000i, in Verbindung mit einem Lieferant von Tagesschlusskursen. Frei zugängliche Daten, wie Ifo-Index, ZEW, Eurexdaten , Euwaxdaten, Exportstatistiken usw. habe ich nicht einzeln aufgelistet, dies würde den Rahmen sprengen. Sie werden von mir gelesen, aber sehr unterschiedlich gewichtet.

Aus der Summe dieser Informationen bilden sich Markteinschätzungen und Ideen, die anschließend nach einem festen Schema „abgearbeitet werden“.
Das feste Schema bezieht sich auf die Prüfung von Wertpapieren, die ich eventuell kaufe, wenn der Marktpreis stimmt. Mehr als 95 Prozent aller Wertpapiere erreichen dieses Prüfstadium nicht. Die verbleibenden aktuell sinnvollen Positionen werden vor Aufnahme in die „Watchlist“ abgearbeitet, wie ich es Ihnen im nächsten Kapitel beschreiben werde.

Als günstig hat sich die Zusammenfassung im monatlichen Rhythmus erwiesen, denn die eigene Altersvorsorge ist kein zwingend tagesaktuelles Thema. Ein Quartals- oder Jahresreporting ist zu gering in den heutigen volatilen Finanzmärkten.

3. Gewichtung und Verarbeitung von Informationen

Nach dem Sammeln der Grundinformationen gilt es das „große Bild“ für das nächste Quartal zu definieren. Befinden wir uns in Boomzeiten, in der Rezession oder gar Deflation ? Daraus ergibt sich der Prüfungsaufwand der einzelnen Assetklassen. Erwarte ich Boomzeiten, sind sicher mehr Aktien für die Neuanlage zu prüfen, im rezessiven Umfeld natürlich Anleihen, Tages- und Festgeld.

Ein Beispiel für die Arbeit einer Aktienanalyse :

Die Anlageidee wird überprüft, in dem bei Aktien beispielsweise die Chartanalyse zur Bestimmung des Aktientyps erfolgt. Ich unterscheide strikt zwischen zyklischen Werten, die sehr gut an Ihren Monatscharts der letzten 20 Jahre zu erkennen sind. Es gibt für mich noch Basiswerte und Themenwerte, die eine gewisse Zeit gespielt werden.

Beispielsweise ist ein Maschinenbau-Unternehmen einem technisch orientierten Investitionszyklus unterworfen, was Sie als Grundmuster im Chart erkennen können. Das Chartbild und einige weitere Indikatoren lassen mich erkennen, in welchen Stadium sich der Zyklus aktuell befindet. Natürlich sollte man eine zyklische Aktie nicht im Höhepunkt des Zyklus, sondern nahe am Tiefpunkt kaufen.
Als nächstes werden die Bilanzdaten der letzten 5-10 Jahre analysiert. Dabei sind Werte wie Eigenkapital, Verschuldungsgrad, Buchwert, Cashflow, Gewinne pro Aktie und Kapitalrendite entscheidende Größen.

Als nächster Schritt wird Kontakt mit dem Unternehmen aufgenommen, soweit man keine Insider direkt kennt. Die Produkte und die Marktstellung spielen eine Rolle, noch entscheidender ist das Management. Für mich sind insbesondere die Konstanz der Vorstände und Aufsichtsräte entscheidend. Permanente Wechsel in der Führung sind für mich sehr negativ zu werten, solche Unternehmen beschäftigen sich mit sich selbst und mehren in diesen Phasen nicht das Vermögen der Anleger.

Aus der Summe der Informationen ergibt sich ein Preis pro Aktie, den ich bereit bin zu zahlen. Ab diesem Zeitpunkt mit der Bestimmung des akzeptieren Marktpreises ist die Vorarbeit erledigt und der Wert befindet sich in der Watchlist.

Der Brigantenstil beinhaltet jetzt das Lauern auf die Chance. In schwachem Umfeld kann der gewünschte Preis eintreten. In manchen Fällen sind Staffelkäufe zulässig, d.h. es werden bis zu 3 Preisgrenzen als Staffel für die Einkäufe zugelassen.

Tritt der akzeptierte Preis nicht ein, war die Vorarbeit umsonst. Dies kann manchmal Monate/ Jahre dauern bis ein Marktpreis mit meinem akzeptierten Preis identisch ist. Bevor ich aber zu teuer einkaufe, verpasse ich lieber die vermeintliche Chance. Man ärgert sich trotz aller Vorsicht noch oft genug, zu früh gekauft zu haben, dies lässt sich jedoch in der Praxis nicht vermeiden.

Ich bin nicht gezwungen, Umsätze für Verkaufsprovisionen erzeugen. Ferner muss ich nicht permanent, wie eine Zeitung, etwas interessantes veröffentlichen. Das einzige Ziel ist die Erhaltung und Vermehrung des Vermögens und hierbei gilt es vor allem Fehler zu vermeiden, daher dieser Arbeitsstil.

Ansonsten erfolgt der Kauf für das Depot bei gleichzeitiger Bestimmung des Stop-Kurses. Dabei berücksichtige ich das Chartbild, um nicht unglücklich an „gängigen“ Marken ausgestoppt zu werden. Die Stops werden nachgezogen und das Ziel bestimmt. Bei Erreichen des Zieles wird der Stop sehr eng gehalten. In den meisten Fällen erfolgt bei Aktien ein automatischer Verkauf, den ich nicht mehr persönlich ausführe. Diese emotionslose Variante finde ich am angenehmsten, ich beschäftige mich wenig mit dem Verkauf, realisiere aber Gewinne und begrenze automatisch Verluste.

Und ewig grüßt das Murmeltier – am nächsten Tag werden die Depotpositionen kontrolliert und es wird wieder nach Chancen für das Altersvermögen in allen sieben Anlageklassen gesucht.

Diese Arbeitsweise hat Ihre Besonderheit in der Auswahl über alle Klassen und der sehr einfach nachvollziehbaren Struktur. Die Kunst liegt in der permanenten Prüfung und seltenen Ausführung. Dies ist sicher als Privatperson mit einem Beruf außerhalb der Finanzwelt nicht leistbar, daher biete ich Ihnen diesen Service an. Auf grund der eigenen Vermögensverwaltung darf ich so Gott will, mich die nächsten 20 Jahre mit dieser spannenden Thematik beschäftigen.

 

 4. Begriff der Sicherheit in der Vermögensanlage

Wie bereits erwähnt, betrachte ich eigen genutzte Immobilien, inflationsgeschützte Staatsanleihen und Gold als sichere Anlagen. Man kann es auch anders ausdrücken, diese Anlagen sind die ruhenden Pole, alle anderen Assets müssen ständig in Bezug auf das aktuelle Risiko überprüft werden.

Selbstverständlich ist mir bewusst, dass Gold im Marktpreis Schwankungen unterworfen ist, oder auch Anleihen eine schlechte Anlage sein können. Selbst eigengenutzte Immobilien können an Wert verlieren, fragen Sie nur mal die Hausbesitzer in Tschernobyl. Sie müssen aber aus meinem Verständnis zumindest das „eigene Dach über dem Kopf“, ein paar wenige Staatsanleihen und Gold als Vermögensanlagen betrachten, um die Sie sich nicht gesondert kümmern müssen.

Verliert Ihr bezahltes Domizil an Marktwert, hat dies zuerst keinerlei Folgen, Sie können immer noch darin wohnen. Ähnlich verhält es sich mit physischem Gold, sinkt hier der Preis, können Sie immer noch für den verminderten Wert Güter kaufen. Die Funktion einer Notwährung bleibt immer erhalten, denn in der Deflation sinken auch die Preise der meisten Güter.

Schon bei vermieteten Immobilien, sieht die Rechnung etwas anders aus. Sie bieten zwar einen vorzüglichen Schutz gegen Inflation, vorausgesetzt es gibt zahlende Mieter. Eine leerstehende Immobilie kostet nur Geld. Auch bei Staatsanleihen sind Risiken zu beachten, die Besitzer argentinischer Anleihen könnten Ihnen da einiges erzählen.

Die beiden klassischen Anlageformen, Unternehmensanleihen und Aktien beinhalten immer ein Risiko. Jede andere Aussage eines Beraters ist aus meiner Sicht schlicht unseriös, gleiches gilt natürlich für alle Zertifikate oder gar Derivate.

Nur ein paar Beispiele zur Erinnerung : Enron, Worldcom, Swissair, AIG, GM, Infineon, Hypo Real Estate, Parmalat, HBOS und viele mehr. Es handelte sich hierbei nicht um Neben- oder riskante Technologiewerte, wo die Risiken auch von den anderen Marktteilnehmern gesehen werden.

Welche Schlussfolgerung ergibt sich für mich ?

Jede Aktie oder Unternehmens- oder Staatsanleihe ist Risiko und muss überwacht werden. Ich sehe diese nie als sicher an. Daher gehe ich bei Aktien dieses Risiko nicht für 5 % Rendite ein. Die analysierte Renditechance muss um ein Vielfaches höher liegen, sonst lohnt sich das Risiko einfach nicht. Die Renditechance setzt sich bei Aktien nur zu einem Teil aus der Dividende zusammen, der größere Teil muss meist über Kurssteigerungen erzielt werden. Genau aus diesem Grund darf man in Rezessionen oder gar Depressionen nicht zu früh Aktien kaufen.
Es gilt immer Unternehmen zu finden, deren Wahrscheinlichkeit des Überlebens groß ist und die in der Zukunft einmal vernünftige Dividenden zahlen können. Nur diese Ausnahmechancen erlauben ein Engagement, denn hier wird bei günstigem Kauf ein großer Hebel erzeugt, der wirklich interessant ist. Weniger Positionen sind für mich hier eindeutig mehr!

Ähnliches gilt für Unternehmensanleihen, das höchstwahrscheinliche Überleben der Firma ist das alles entscheidende Kriterium, bei Zweifeln erfolgt niemals ein Kauf.
Zertifikate und Derivate sehe ich immer als kleine mögliche Beimischung mit sehr hohem Risiko. Ich habe nie vor, diese Anlageformen über längere Zeiträume im Depot zu belassen. Die vergehende Zeit potenziert hierbei das Risiko eines Verlustes. Ein Brigant entspannt sich bei solchen Positionen erst nach dem Verkauf, d.h. wenn die Beute im sicheren Hafen gehalten wird.

Eine feste Quote welcher Anteil in Anleihen, Aktien, Gold, Cash oder Immobilien zu halten ist, werden Sie von mir nicht erhalten. Dies ist eine individuelle Größe, die mit der Erfahrung in Finanzfragen, persönlichen Kenntnissen und altersbedingtem Risikoprofil zusammenhängt.

Am Wichtigsten finde ich jedoch die aktuelle Lage klar und ehrlich zu beurteilen, um die Käufe bzw. Verkäufe in der aktuell richtigen Assetklasse zu tätigen. Für den wirtschaftlichen Erfolg ist dies nach meiner jahrzehntelanger Erfahrung die wichtigste Entscheidung, ob Sie zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Assetklasse sind.

Beste Grüße

Joachim Brigant